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FDP und UWG fordern Schadstoffgutachten

Betreff: Schadstoffgutachten Pankratius Grundschule                                                    

 Die FDP-Fraktion beantragt zusammen mit der UWG, ein Schadstoffgutachten für die Innenräume der Pankratius Grundschule in Auftrag zu geben, das die Innenräume und die Raumluft auf folgende Schadstoffe hin untersucht:

Schimmelpilze

Formaldehyd

Pestizide

flüchtige organische Verbindungen

Glykole

Asbest

PCB

PAK

Weichmacher

Schwermetalle

Isocyanate

Ozon

Radon

  

Die zu untersuchenden Räume sollen in Absprache mit der Schulleitung festgelegt werden und die Ergebnisse sollen nach Ermittlung direkt der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

 

Um gremienübergreifend möglichst konstruktiv vor allem auch hinsichtlich der Kommunikation vorgehen zu können propagieren wir, dass der zu beauftragende Gutachter von Verwaltung, Parteien und Schulleitung gemeinsam ausgewählt wird.

 

Des Weiteren beantragt die FDP Fraktion die Zusendung und Veröffentlichung der Ergebnisse der zwei bereits in den Sommerferien durchgeführten AERO SPORN Schimmeltests unter Angabe der ermittelten Messwerte.

 

Begründung:

Bereits im Juni 2017 hat die Elternpflegschaft die schlechte Raumluftqualität der Schule bemängelt. Überdurchschnittlich viele Schüler und Schülerinnen der Pankratius Grundschule werden vermehrt mit Kopfschmerzen vor Beendigung des offiziellen Unterrichts nach Hause entlassen. Von einer Schadstoffbelastung der Innenräume der Schule ist auszugehen. Zur Belastung in Innenräumen können eine Vielzahl von chemischen Stoffen, biogenen Teilchen, Fasern und Radioaktivität beitragen. Mit dem Auftreten ist vor allem in Innenräumen zu rechnen. Dort können sich die Stoffe anreichern und einen bedeutenden Risikofaktor für Gesundheit und Wohlbefinden darstellen. Nur wenige Schadstoffe lassen sich eindeutig an einem typischen Geruch erkennen. Ein einfaches Geruchsgutachten ist deshalb kein geeignetes Instrument zur Feststellung der Schadstoffbelastung. Deshalb muss durch eine gezielte und sachkundige Beratung die Quelle der Belastung in einem Schadstoffgutachten ermittelt werden.

Auch an der Pankratius Grundschule wurden einige Fälle von Allergien, unerklärbaren Kopfschmerzen, chronischen Erkältungssyndromen und Schleimhautreizungen bekannt, die vor allem nach dem Wochenende und mit Schuleintritt der Kinder auftraten.

 Ursachen  für die Symptome könnten sein

  • Schimmelpilze durch Feuchtigkeit im Außenwandbereich, verdeckte Holzverschalung hinter Tapeten, abgehängte Decken, schlechte Isolierung, Baumängel, Wasserschäden, mangelhafte Lüftung => schwarze Flecken treten bei Schimmelbefall nur in bestimmten Fällen auf
  • Formaldehyd: Ausdünstungen aus Pressspanplatten, Sperrholz, Ortsschäume, Möbel, SH-Lacke, pflegeleichte Textilien
  • Pestizide: Anstriche von Hölzern, Teppichböden, Latex, Schädlingsbekämpfung, PCP, Dioxine
  • Flüchtige organische Verbindungen (Lösemittel) in Anstrichen, Möbeln, Klebern, Lacken, Farben, Bodenbelägen, Reinigungsmitteln
  • Glykole (Wasserlösliche Lösemittel) in Klebern, Lacken, Versiegelungen, Beschichtungen, Frostschutzmittel
  • Asbest: in Dach- und Fassadenplatten („Eternit“) , PVC-Bodenbelägen, Asbestpappe, Fliesenkitten der 80er Jahre, Feinstaub
  • PCB (Polychlorierte Biphenyle): in Dauerelastischen Dehnungsfugen vor 1978, Kondensatoren, Trafos, Lacken, Weichmachern
  • PAK (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe): Teerestrich, Teerkleber, Steinkohleteer (vor allem aus den 50er und 60er Jahren)
  • Weichmacher in Wandfarben, Lacken, Klebstoffen, Fußbodenbelägen, Vinyltapeten, Elektrokabeln, Türdichtungen, Kunstleder
  • Schwermetalle in älteren Holzschutzmitteln, Stabilisatoren von PVC, Batterien, PVC-Bodenbelägen, Teppichbode
  • Isocyanate in Kunststoffen, Spanplatten, DD-Lacke, Bodenversiegelung
  • Ozon durch Kopiergeräte, Laserdrucker, UV-Lampen
  • Radon durch Erdreich, Baustoffe (Bodenschüttungen, Granit, Fliesen, Ziegel), diffundiert durch Kellerwände oder aus älteren Baustoffen in den Wohnraum

Erläuterung:

Kinder sind gegenüber Schadstoffen um ein Vielfaches sensibler als Erwachsene. Ursache hierfür ist, dass sich der Organismus von Kindern vorwiegend in der Aufbauphase mit einhergehender Zellneubildung befindet, während sich im Erwachsenenalter ein Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau einstellt. Mit steigendem Alter wird das Verhältnis auf die Seite des Zellabbaus verschoben. Bei der Bildung neuer Zellen werden Bausteine aus dem Blut und umliegenden Gewebsflüssigkeiten verwendet. Befinden sich Schadstoffe in diesen, können bei der Zellteilung oder dem späteren Zellstoffwechsel Fehler entstehen, die die Funktionen der Zelle und /oder anderer Zielorgane einschränken. Die Folge hiervon sind je nach Speicherorgan und Schadstoff entweder eine akute Schädigung oder die chronische Vergiftung des kindlichen Organismus. Das Risiko durch im Fettgewebe gespeicherte Schadstoffe innerhalb der Lebenszeit zu erkranken, ist aufgrund der längeren Restlebensdauer von Kindern sehr viel größer als bei Erwachsenen.

 

Diesen Zustand wollen wir nicht länger hinnehmen und Klarheit über die Qualität der Raumluft in der Grundschule. Der Schulträger wird hiermit aufgefordert seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Kindern und dem Personal nachzukommen und Transparenz hinsichtlich der Analyseergebnisse gegenüber den Betroffenen und Eltern zu gewährleisten.